Zum Foto:

Haben Sie sich unser Februar-Bild genau angeschaut? Haben Sie gesehen, dass im Vordergrund tatsächlich ein Baum zu sehen ist und nicht etwa der Schatten eines Baumes auf der Düne?

Das Bild ist in den frühen Morgenstunden im Deadvlei entstanden. Wenn die Sonne aufgeht, werden die Dünen bereits von der Sonne angestrahlt, während das Vlei mit den Bäumen aber noch im Schatten der hohen Düne ("Big Daddy") liegt. In diesen paar Minuten lassen sich einzigartige Bilder mit dem Spiel von Licht und Schatten machen.

Technisches: Canon EOS 50D mit Canon 100-400 bei 135mm, Belichtung: 1/800s, Blende: 7.1, ISO: 500

Zum Deadvlei:

Das Deadvlei liegt im Gebiet vom Sossusvlei in der Namib-Wüste. Vlei ist der afrikaanse Ausdruck für die Senken bzw. Tonpfannen.

Im Sossusvlei selbst sieht man lebende Kameldornbäume, die in der Regenzeit vom Tsauchab-Fluss mit etwas Wasser versorgt werden. Außerdem haben die Bäume sehr tiefe Wurzeln, die bis zum Grundwasser reichen.

Im Deadvlei hingegen findet man eben die circa 500 Jahre alten toten Bäume vor. Hier sind einst die Sanddünen sehr langsam über die Bäume hinweg gewandert und haben diese komplett bedeckt. Nach der Dünenwanderung wurde das Vlei durch den Wind wieder vom Sand freigelegt - übrig blieben die toten Bäume.

Es wird vermutet, dass weitere Bäume noch immer von den angrenzenden Dünen bedeckt sind.

Markant ist die ca. 350 Meter hohe Big Daddy-Düne, eine der höchsten Dünen der Welt, die das Dead Vlei im Osten begrenzt.

Zum Sossusvlei:

Das eigentliche Sossusvlei ist der Bereich, in dem heute Kameldornbäume wachsen. Der Tsauchab Fluss bringt gelegentlich (etwa einmal im Jahr für wenige Tage) etwas Wasser bis ins Vlei. Nach einer guten Regenzeit bleibt das Wasser auch mal etwas länger in der Pfanne stehen - nach der sehr ergiebigen Regenzeit von 2011 war dies sogar für länger als ein Jahr der Fall.

Das Wasser lässt auch Pflanzen wie den Morgenstern oder die Nara-Melonen sehr gut gedeihen. Bleibt der Regen aus, trocknet das Vlei komplett aus. Es zeigen sich dann die charakteristischen Tonpfannen.

Dennoch leben sogar einige Tiere in dieser Region. Wenn man zu Fuß unterwegs ist, findet man häufig Spuren von Schakalen, Mäusen, Echsen und Käfern. Gelegentlich ist sogar ein Springbock oder eine Oryx-Antilope zu sehen.

 

Zum Besuch der Vleis:

Sie erreichen das Gebiet um das Sossusvlei via Sesriem, wo sich der Eingang zum Nationalpark befindet. Von dort sind es noch 60 km Asphaltstraße bis zum 2x4-Parkplatz. Ab hier beginnt dann eine 5km lange Tiefsandpiste. Mit einem Allradfahrzeug kann man selber weiterfahren: man legt den 4x4 ein und fährt in den Spuren weiter Richtung Deadvlei-Parkplatz. Ist der Sand schon warm und sehr weich, hilft es, den Luftdruck auf ca. 1.5 Bar abzulassen. Das sollte spätestens passieren, wenn man im Sand stecken bleibt - und zwar möglichst schon, bevor sich die Reifen im Sand eingraben.

Wer kein Allradfahrzeug hat, nutzt den vorhandenen Shuttle-Service beim 2x4-Parkplatz.

Vom Deadvlei-Parkplatz aus geht es zu Fuß weiter über einige kleinere Sanddünen, um nach 1,1 km ins Deadvlei zu gelangen.

Wer dieses Ziel mit dem Sonnenaufgang erreichen will, muss circa eine Stunde vorher in Sesriem starten. Dies ist ausschließlich für Gäste der staatlichen Unterkünfte (NWR) wie der Campingplatz Sesriem und die Sossus Dune Lodge möglich oder als Gast einer Lodge mit eigenem Zugang. Das eigentliche Nationalparkstor öffnet erst mit Sonnenaufgang seine Pforten.

Leider gibt es ab Sesriem am frühen Morgen jeweils so etwas wie ein Rennen. Es ziehen sich die Fahrzeuge wie eine Perlenkette aufgereiht über die Teerstraße. Viele der Fahrzeuge verlassen die Strecke aber bereits bei Düne 45, um diese zu besteigen. Das schenken wir uns und fahren besser direkt weiter.

Wenn man nämlich durchfährt und dann beim Deadvlei-Parkplatz ankommt, geht meistens gerade die Sonne auf. Das passt zeitlich sehr gut: Bis die Sonne über die Big Daddy-Düne ins Vlei kommt, hat man noch ca. eine halbe Stunde für den Fußmarsch. Zu dieser Zeit ist der Sand noch kühl, dadurch lässt es sich relativ einfach laufen.

Angekommen im Deadvlei nutzen wir die Zeit für unsere spannenden Licht-und-Schatten-Fotos. Neben den toten Bäumen bieten sich auch einige andere Motive an. Rechts vorne gibt es z. B. eine Senke mit lebenden Bäumen. Auf einigen davon nisten Vögel. Ab und zu kommt auch mal ein Oryx durch den Sand daher. Unterwegs sieht man außerdem eifrige Käfer und andere interessante Spuren.

Nach ein bis zwei Stunden geht es gemütlich wieder zum Fahrzeug. Auf dem Rückweg kommen uns viele Touristen entgegen - die leider zu spät sind für die wundervollen Lichtspiele.

An dieser Stelle machen wir uns im Schatten der Kameldorn-Bäume unser Frühstück bereit. Für Camper ist das etwas ganz Normales. Lodge-Gäste können sich bei den meisten Lodges einen Picknickkorb packen lassen.

Anschließend kann man dann gut noch das eigentliche Sosusvlei besuchen und je nach Lust und Laune auch noch (zumindest teilweise) die Big Mama-Düne hochsteigen.

Zur weiteren Umgebung:

Wir sind gerne mindestens zwei Nächte in der Gegend vom Sossusvlei. Man hat dann einfach ausgiebig Gelegenheit, die Lichtverhältnisse früh morgens und auch abends bei Sonnenuntergang zu genießen und zu nutzen - insbesondere, wenn man eine entsprechende Unterkunft mit erweitertem Zugang zum Nationalpark wählt, so dass man eben am Morgen eine Stunde vor Sonnenaufgang und am Abend bis eine Stunde nach Sonnenuntergang die Möglichkeit hat, in den Dünen unterwegs zu sein. Als Camper ist hier der Sesriem Campingplatz ideal, für Lodge Gäste empfiehlt sich die Sossus Dune Lodge (beides sind die staatlichen Unterkünfte vom NRW).

Wenn man am Nachmittag bei Sesriem eintrifft, bietet es sich an, die Unterkunft zu beziehen und dann noch einen kurzen Sundowner-Ausflug zur Elim-Düne zu machen. Die Düne ist nur vier Kilometer vom Eingang entfernt und somit perfekt für einen ersten Aufstieg im Wüstensand. Auch wenn diese Düne nicht hoch ist, merkt man schon, dass das Gehen im Sand anstrengend ist und dass man viel länger braucht, als man zu Beginn vielleicht denkt. Mindestens eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang sollte man an der Düne sein, damit man den Sonnenuntergang gemütlich mit einem Getränk auf der Düne genießen kann. Auch die Düne 45 bietet sich für den Sundowner-Genuss an.

Außer den Sanddünen gibt es natürlich auch noch den Sesriem Canyon. Die circa einen Kilometer lange und bis zu 30 Meter tiefe Schlucht wurde vom Tsauchab Fluss in den Boden gefressen. Der Name Sesriem ist afrikaans: die ersten Siedler mussten sechs Riemen aneinander knüpfen, um hier Wasser schöpfen zu können.

Weitere nützliche Informationen zu den Regionen auf Suedafrikakarte, Tracks4Africa und dem Namibia-Forum.