Zum Foto:

Wer durch den Etosha Nationalpark fährt, hat immer wieder mal das Glück, eine Herde Zebras, Springböcke oder gar Elefanten oder Löwen einfach auch mitten auf der Strasse anzutreffen. Tiere haben natürlich immer Vortritt - man sollte gebührend und respektvoll Abstand halten und den Tieren ihren Raum geben, den sie benötigen. Der Gedanke, dass gerade in den Nationalparks die Tiere an die Menschen und die Autos gewöhnt sind, liegt nahe und ist auch bedingt richtig - dennoch handelt es sich nun mal um eine wilde Welt, der man mit Rücksicht begegnen sollte.

Im Westteil des Etosha NP kam uns diese kleine Zebraherde entgegen. Wir haben sie schon von Weitem auf der Strasse gesehen und uns daraufhin an den Rand gestellt, den Motor ausgemacht und einfach gewartet. Die Herde kam auf uns zu und ist vorsichtig direkt an uns vorbeigezogen.

Technisches: Canon EOS 50D mit Canon 100-400 bei 400mm, Belichtung: 1/1000s, Blende: 6.3, ISO: 100

 

Zu den Zebras:

In Namibia gibt es zwei Zebraarten. Im Ostteil der Etosha kommt nur das Steppenzebra vor. Im Westen, eher auch bergigen Gebiet, findet sich zudem das Bergzebra.

Die Steppenzebras in Namibia erkennt man gut an den Schattenstreifen welche zwischen den deutlichen schwarzen Streifen liegen.

Diese Schattenstreifen fehlen beim Bergzebra komplett. Ausserdem hat das Bergzebra am Hals einen Kehlsack, welcher deutlich zu erkennen ist. Das Bergzebra wirkt etwas kleiner und kompakter als das Steppenzebra.

Beide Zebraarten leben in kleinen Familiengruppen mit einem Hengst und mehreren Stuten.

An einigen Wasserlöchern ganz im Westen (z.B. Renostervlei) lassen sich beide Arten gleichzeitig beobachten. Dabei habe ich immer wieder festgestellt, dass sich die Bergzebras eher etwas im Hintergrund halten und meist gutmütig miteinander umgehen. Die Steppenzebras drängen sich gerne ans Wasser vor. Häufig kommt es bei den Hengsten der Steppenzebras zu Rangeleien und Kämpfen.

Zum Westteil des Etosha NP

Erst seit 2014 ist der Westteil der Etosha für die Öffentlichkeit zugängig. Vorher war am Wasserloch Ozonjuitji m'Bari Schluss. In diesem grossen, neuen Bereich wurden mit dem Dolomite Camp und Olifantsrus auch zwei neue Übernachtungsplätze geschaffen. Dadurch hat sich der Bereich, der nun frei zugängig ist, beinahe verdoppelt.

 

Wenn wir von Okaukuejo her Richtung Westen fahren, kommen wir erst in den Bereich vom Märchenwald mit einigen schönen oder besonderen Bäumen (z.B. Moringa). Nach dem meist sehr stark frequentierten Ozonjuitji m'Bari Wasserloch kommt eine lange gerade Strecke gegen Westen.

Die Fahrt Richtung Westen haben wir als eher langweilig empfunden. Die Highlights sind sicher die gelegentlichen Wasserlöcher. Diese sind in dem Teil der Etosha nicht besonders häufig, deshalb findet man dann meist gleich mehrere Tierherden vor - ein grosses Sammelsurium der Etosha Tierwelt.

Leider gibt es in diesem Bereich keine Unterkunft, so dass es unmöglich ist, diese Wasserlöcher bei guten Fotolicht aufzusuchen.

Das Olifantsrus Camp

Nach ca. 130km von Okaukuejo aus kommt man zum Camp Olifantsrus. Ursprünglich wurde Olifantsrus in den 80er Jahren als Schlachthof unter anderem auch für Elefanten gebaut. Wegen der Dürre wurden damals einige hundert Elefanten, Zebras, Springböcke und Oryx hier geschlachtet und das zerlegte Fleisch mittels Kühlfahrzeugen zu Fleischfabriken ausserhalb des Parks gefahren.

Heute sieht man noch einige Konstruktionen, die an jene Zeit erinnern.

Seit 2014 ist in Olifantsrus nun das neuste Camp in der Etosha. Es ist ein Campingplatz mit nur zehn Stellplätzen, ausserdem ist hier auch ein Picknickplatz.

Speziell ist das Wasserloch, das zum Camp gehört. Über einen langen Steg führt der Weg direkt von der Campsite zu einem Rondell, das in das Wasserloch gebaut wurde. Von dort erhält man eine einzigartige Sicht auf die Tiere. man ist etwas erhöht und sehr nah an den Tieren.

In Olifantsrus teilt sich der Weg. Der eine führt direkt zum Galton Gate, der andere in Richtung des Dolomite Camps.

Das Dolomite Camp

Das Dolomite Camp ist die neueste Lodge innerhalb der Etosha. Sie ist auf einen Hügel gebaut. Die Bungalows sind entlang des Hügelrückens angelegt, so dass man von jedem Bungalow aus eine wunderbare Sicht in die umliegende Ebene hat.

Wer sich mit dem Fernglas auf seine Terrasse setzt und viel Geduld hat, entdeckt nach viel Guckerei immer mehr Tiere in der Ebene.

Die Wasserlöcher im Westen der Etosha sind wirklich hervorragend. Sie sind meist recht gross. Mit dem Fahrzeug stellt man sich hin und geniesst es einfach, dem Treiben an den Wasserlöchern zuzuschauen. Sehr gut gefällt mir das sehr offene Jakkalswater  oder auch Renostervlei.

Mit etwas Glück sieht man auch Elefanten, die ganz nah an die Wassertanks gehen. Diese steigen gerne auch mal über die Steinmauern.

Der Westbereich des Etosha NP ist einfach zu bereisen. Durch die eingeschränkte Anzahl der Übernachtungsplätze ist es empfehlenswert, vorab zu buchen. Es lohnt sich durchaus, hier einige Tage zu verbringen, z. B. vor oder nach einem Besuch des Kaokoveld oder Damaraland.

Weitere nützliche Informationen zu den Regionen auf Suedafrikakarte, Tracks4Africa und dem Namibia-Forum.